Ich habe Roberta kennengelernt!

Nun das macht Freude. Letzte Woche bin ich Roberta begegnet. Sie grinste mich mit ihren großen Augen an und nahm jeden meiner Wünsche willfährig entgegen. Ehe nun die Frauen (zu Recht) empört aufschreien :

roberta- foto:zimd„Roberta“ ist ein vom Frauenhofer Institut entwickeltes Workshopkonzept, das versucht, mittels Lego Roboter-Baukastensystem vor allem Mädchen das Thema Robotics näher zu bringen. Das Konzept ist umfangreich, gut durchdacht und die Arbeit mit dem Baukastensystem macht echt Spass (haben auch die anwesenden Frauen so erlebt).

„Roberta“ -Workshops werden durch regionale Zentren angeboten. In Deutschland gibt es bereits ein dichtes Netz, in Österreich beginnt gerade der Aufbau. Darum bemüht sich vor allem das „Zentrum f. Interaktive Medien und Diversität (ZIMD)„.

Der große Schwachpunkt an der Sache dürfte die Inkompatibilität einerseits  von kommerziellem Spielevermarkten und die daraus resultierende Firmenstrategie von LEGO und andererseits  dem Bildungsbetrieb und seiner Schwerfälligkeit in Bezug auf Innovation sein. Obwohl viel unentgeltliche Promotion für das – nicht gerade billige (ca. 300 €) – Baukastensystem gemacht wird, gibt es seitens der Firma LEGO kaum Unterstützung. „Roberta“ Zentren kaufen nach meinem Informationsstand alles Material zum normalen Kassenpreis, haben keine Einbindung in die LEGO Entwicklung.

Längerfristig dürfte damit noch ein anderes Problem auftreten: die Versionskompatibilität. Neue Softwareversionen arbeiten nicht mit den „alten“ Hardwareteilen. Alte Software läuft nicht auf neuen Betriebssystemen. Die Textmaterialien zur Arbeit mit den Baukästen basieren auf der Soft- und Hardware von Lego (mit RCX™ Mikrocomputer) in Kombination mit Microsoft Windows. Lego stellte aber den Verkauf und Support dieser Version des Systems ein und bringt grade die nächste neuere Version (NXT) auf den Markt… die neue Software ist jedoch bei weitem nicht mehr so intuitiv in der Navigation wie die alte. Dadurch passen einerseits vorbereitete Handouts nicht mehr und andererseits wird der Low level Einstieg erschwert. Primär ist das ganze System leider nur für Mac und Windows Rechner kompatibel konzipiert (RCX ist kompatibel zu windows XP – obs bei Vista noch klappt konnt ich nicht konkret ausprobieren, NXT ist Vista kompatibel) – eine Version für Linux solls auch geben – allerdings ist die Frage, ob das auch schon läuft. Die Entwicklung der Betriebssysteme schreitet rasch voran – die jetzt gekauften Baukästen sind jedoch bald nicht mehr kompatibel. Kauft nun eine Schule 10 Baukästen (Kosten etwa 3000.- Euro), so könnten diese bereits in zwei, drei Jahren nicht mehr einsatzfähig sein. Ähnliches hab ich bereits mit dem Legosystem Filmstudio erlebt, wo nach Windows 98 die Lego Software nicht mehr weiterentwickelt wurde und damit waren die darauf aufbauenden Didaktik Konzepte hinfällig.

„Roberta“ ist aus meiner Sicht ein tolles Konzept zum Einstieg in die Thematik „Robotics und Programmieren“. Wünschenswert wäre jedoch eine stärkere Berücksichtigung der technologischen Entwicklung z.B. durch eine Art Knoppix CD auf Linux kombiniert mit einer ebensolchen unabhängigen Hardware, die dann unabhängig vom Betriebssystem und der Lego Marketingstrategie im Schulbereich eingesetzt werden könnte. Interessierte sollten jedoch rasch mit ZIMD KOntakt aufnehmen um die aktuellen Chancen der Workshops zu nutzen.

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