Rechtliche Netze

Klar gelten Gesetze auch in der Schule. Jede Menge rechtliche Vorgaben versuchen den Schulalltag zu regeln und (Rechts-)Sicherheit für alle Beteiligten zu gewährleisten. Bei aktiver Medienarbeit in der Schule gibt es dazu noch jene gesetzlichen Regelungen zu beachten, die sich speziell damit beschäftigen: Medienrecht, Urheberrecht, Nutzungsrecht, Persönlichkeitsschutz.

Meinungsfreiheit – kommerzielle Interessen – Medienethik ein Netz von Problemen taucht da auf. Einen kleinen Einblick in aktuelle Fälle bietet  hier das Weblog des Verbandes Freier Radios Österreichs.

Dies knüpft einen sehr engen Rahmen für die Aktivitäten. In einer Klasse wird ein Video produziert – alle sind mit Elan dabei. Natürlich sollen das fertige Produkt auch andere zu sehen kriegen. Schließlich wollen ja die SchülerInnen ihre Geschichten auch medial vermitteln und nicht nur selbst zuhause ansehen.

Das  Medienrecht ist da noch das geringste Problem. Aber wie schaut es mit den Nutzungsrechten für die Lieblingshits der Kids bei der Vertonung aus? Schlecht. Nicht nur die Kosten, sondern auch das ganze Prozedere der Klärung, bilden einen Mehraufwand, der kaum zu erbringen ist. Also Ausweichen auf für freie Nutzung lizenzierte Musik (z.B. unter Creative Commons). Bei der Ausstrahlung/Aufführung der Produktion gibt es für die SchülerInnen und deren LehrerInnen  weniger Probleme. Hier ist der Veranstalter/Sender in der Pflicht die rechtlichen Vorgaben zu klären. Dies erfolgt zumeist auf Pauschalverträgen mit der in Österreich zuständigen AKM.

Bevor es zum Drehen kommt, gilt es neben medienethischen Fragen aber auch noch den Persönlichkeitsschutz der beteiligten SchülerInnen zu klären. Da gilt es die Einverständniserklärungen der Eltern zu kriegen. SchülerInnen sind ja zumeist minderjährig und die Veröffentlichung von Bildern der Kinder erfordert die Zustimmung der Erziehungsberechtigten. Also sind die Fotos der Kinder vom letzten Wandertag auf der Schulhomepage schon am Rande der Illegalität, wenn dafür nicht extra eine Erklärung der Erziehungsberechtigten vorliegt.

Kompetente Mediennutzung setzt Lernen am konkreten Objekt voraus. Medienkompetenz erwirbt Mensch nur durch das Tun. Wenn eine Schulklasse medial produziert, werden sich alle Beteiligten irgendwann mit all den Fragen auseinandersetzen müssen. Aber was ist bis dahin?

Es ist höchst an der Zeit eine konkrete Regelung für die Medien-Nutzung im Unterricht zu erarbeiten. Sowohl die SchülerInnen als auch die LehrerInnen dürfen damit nicht allein gelassen werden. Irgendwann kommen Präzidenzfälle. Und dann?

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