Citizen Journalism und aktive Medienarbeit

Citizen Journalism oder in deutsch oft Graswurzel Journalismus (Definition Wikipedia) oder auch partizipativer Journalismus genannt, existiert in verschiedensten medialen Formen (Print, Radio, Video), erhielt aber  durch das Internet und vor allem die Web 2.0 Entwicklungen rapide Auftrieb. Weblogs, Podcasts, Bildersharing und Online Magazine werden nicht mehr nur angeboten, sondern auch gelesen und genutzt. User generierte Inhalte entschwinden ihrem publizistischen Nischendasein. Selbstverständlich gibt es auch Auswüchse und eine Menge unnützes Zeug, aber der Alltag und die Erfahrungen der Menschen sind nicht mehr nur als Objekt der Profis, sondern subjektiv präsent. Womit aber auch Inhalte Bedeutung erhalten, die bis dato nicht in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit getreten sind.

Sicherlich, die meisten Videos und Fotos auf You Tube und Flickr bringen die Erinnerungen vom letzten Urlaub oder auch die Bilder der Familie. Aber immer öfter gibt es auch dort Dokumentationen des Lebensalltags, Einblicke in die Lebenswelten der Menschen, die nichts mehr mit Voyeurismus oder privaten Erinnerungen zu tun haben. Web 2.O Applikationen unterstützen die Entwicklung des Bürgerjournalismus. Es finden sich heute zahlreiche seriöse Online Medien, die sich auch um journalistische Sorgfalt und Ethik bemühen. Hier seien als Beispiele das Center for Citizen Media oder auch Wikipedia News erwähnt.

Im Fernsehbereich bieten zahlreiche Offene Kanäle und Uni TV Stationen auch im deutschsprachigen Umfeld die Chance auf direkten Zugang zur Veröffentlichung. Der Aufwand über eine der TV Stationen Verbreitung zu finden, ist allerdings wesentlich aufwendiger und umständlicher als im Web Videos als Vodcast präsent zu machen. “Ehrensenf” ( ein Anagramm zu Fernsehen) gelangte binnen kurzem zu Kultstatus und relativ hohen Zuschauerzahlen. Während “Ehrensenf” als satirisches Fernsehmagazin angelegt ist, versucht iCommunity.tv unterschiedlichste Kanäle mit Nachrichten über ein Webportal anzubieten. “We believe that people choose the cities and towns they live in not only based on physical but also emotional reasons — the unique heart and soul characteristics of places. Local events, like school events, last week’s hail storm, or an interview with the mayor about the efforts to revitalize downtown, are important events that generate local identity for citizens, but, particularly for small communities or neighborhoods, there are few venues through which these news items are delivered. This means that local news, especially carried over visual channels, has great potential to support and encourage vibrant communities.

Our effort is focused on developing an aggregation platform that ties into video-sharing platforms like Youtube.com, extends their services by letting anyone georeference and sort video clips in news categories, and offers multiple convenient ways to subscribe to and watch these custom channels (e.g. “Politics in Berlin, Germany”).” (Quelle: http://icommunity.tv/about)

Im Radiosektor waren die Community und Campus Radios in den USA der Ausgangspunkt für viele kommerzielle Lokalradiostationen, die heute aus der Radiolandschaft nicht mehr wegzudenken sind. In Europa gibt es in vielen Ländern einen dreiteilige Rundfunklandschaft: öffentlich rechtliche Sender stehen neben privat kommerziellen Stationen und auch nicht kommerziellen und freien Radios. In Österreich ist dies leider gesetzlich etwas weniger entwickelt – hier gibt es nur den öffentlich rechtlichen und den privaten Rundfunk. Die Praxis allerdings zeigt, dass der offene Zugang der Freien Radios und die damit verbundenen Chancen sich hörbar zu machen, von den Menschen aufgegriffen wird. Die Charta des Verbandes der Freien Radios in Österreich fordert eindeutig jene zu bevorzugen, die mit ihrer Stimme ansonsten nicht wahrgenommen werden..

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