Citizen Journalism & Web 2.0

Die Zeiten, wo Nachrichten mündlich von Mensch zu Mensch getragen wurden sind schon lange vorbei. Die „Medien“ haben die Rolle des Vermittlers eingenommen und als solche auch lange Zeit das Monopol zur Definition, was denn „Nachricht“ sei, übernommen. Nun zeichnet sich eine Trendwende ab: Menschen beginnen wieder direkter zu kommunizieren. Über die räumlichen und sprachlichen Grenzen hinweg.

Citizen Journalism nennt sich die Rückeroberung des Informationsaustausches. Bürger werden zur Quelle der Information. Dynamisiert haben das die Entwicklungen rund um Web 2.0. Ja klar, wird da gleich eingewandt, dann sind wir wieder beim Basenatratsch und wer weiß, ob das denn stimmt, was da erzählt wird. Da geht ja die Objektivität verloren. Nun abgesehen davon, dass ich meine, dass es ohnehin keine „Objektivität“ gibt, da ja alle Nachrichten von Subjekten mit speziellen persönlichen Interessen gemacht werden, zeigt sich in der Praxis auch, dass falsche Behauptungen oder Interpretationen recht rasch als solche entlarvt werden. Die Glaubwürdigkeit von BürgerjournalistInnen ist mindestens ebenso rasch zerstört, wie jene der angestellten KonzernjournalistInnen. Erstere sind jedoch viele und transportieren auche ebensoviele Standpunkte, letztere sind wenige und was nicht medial erscheint, ist oftmals auch bewußt weggelassen (vgl. Berichterstattung über Oaxaca).

Warum mir Citizen Journalism hier in diesem Blog erwähnenswert scheint, hat mit dessen Untertitel zu tun. In vielen praktischen Projekten, wo Kinder selbst zu Reportern wurden, zeigte sich, dass es einerseits Wert ist ihre Perspektiven sichtbar zu machen und es andererseits mehr zur demokratischen Erziehung beiträgt als stundenlange Vorträge über unsere demokratischen Einrichtungen.

Dazu noch ein Seminarhinweis: Citizen Journalism und Web 2.0 – ein Seminar des VFRÖ und der Radiofabrik, 23.+24.2.2007, Salzburg.

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