Vom Radio zum Video

Derzeit bin ich an der Arbeit neben der „radiobande“ eine „videobande“ in Wien zu organisieren. Gemeinsam mit Okto TV, dem Wiener Communityfernsehen soll es zu einer kontinuierlichen Sendeschiene kommen, die Fernsehbeiträge von SchülerInnen beinhaltet.

Die nun schon seit 10 jahren kontinuierlich arbeitende „Radiobande“ gilt es aus der zunehmenden Vereinzelung der Produzierenden herauszuholen und das bei der Medienarbeit gewonnene implizite Wissen der LehrerInnen und der Kinder explizit und offen zugänglich zu machen. Im Zeitalter von Citizen Journalism, Web 2.0 und Social Software gilt es diesbezügliche Angebote zu machen, die Tools auch für die Unterrichtsarbeit nutzbar werden zu lassen. Allerdings ist der Erfahrungshorizont diesbezüglich bei den LehrerInnen sehr gering. Umso wichtiger ist es die dafür notwendigen Einschulungen und die Infrastruktur aufzubauen. Die Umwandlung der Pädagogischen Akademien zu Pädagogischen Hochschulen könnte eine entsprechende Anpassung in der LehrerInnenaus- und fortbildung berücksichtigen. Sofern diese Umwandlung nicht nur ein Tausch des Schildes aussen an der Hauswand wird.

Vor einem Monat gabs einen Startup Workshop mit interessierten LehrerInnen und es wurden ersteIdeen für Sendeformate entwickelt. Erste Pilotsendungen sind fürs Frühjahr 2007 geplant und die damit verbundenen Workshop- und Betreuungskonzepte bis dahin auszuarbeiten.

Videoprojekte an Schulen gibt es ja schon lange und zumeist orientieren sich die Produktionen an den Produktionsschritten, wie sie aus dem professionellen Filmemachen und den medienpädagogischen Projekterfahrungen herrühren. Von der Idee über Treatment zum Script und dann die Arbeit nach Drehbuchskizze zum Film. Dies entspricht sowohl den linearen Produktionsprozessen im Filmgeschäft wie auch den ebenfalls linearen Schulprojekten.

In den letzten Jahren hat sich aber so einiges im Bezug auf Visuelles getan. Vijis produzieren Visauls für Parties, Kids Filmen mit Handies, Videokameras sind in vielen Haushalten und der Umgang damit verändert auch Sehgewohnheiten. Ebenso die immer mehr fortschreitende Medienkonvergenz. Das Internet ist in unseren Breitengraden bald ebenso üblich wie das Telefon zuhause und das Mobile in der Tasche. Youtube füllt sich und wirdsogar kommerziell und auch für die Presseagenturen interessant. Was leitet sich draus für die Arbeit mit dem medium Video uim Hinblick auf eine Sendeschiene ab?

Vorerst mal gilt es festzuhalten, dass damit nicht all die bisherigen Erfahrungen den Bach runter gehen, sondern ihre Bedeutung erhalte. ABER: es gilt dort nicht stehen zu bleiben sondern den direkteren Umgang mit Visuellem auch zu hinterfragen und teilweise aufzugreifen. Es gilt die Erfahrungen der nächsten Genereationen und ihren Umgang mit dem Medium in Angebote zu implementieren.

Basisworkshops zum Kennenlernen des Fernsehstudios könnten auch gleich mal für sendbare Kurzproduktionen genutzt werden.Aufnahmen in der Schule ohne vorheriges Drehbuch sondern aus der spontanen Situation heraus als Rohmaterial herangezogen werden. Wie ist es zu schaffen, situatives, informelles Lernen mit medialem Produzieren zu verknüpfen? Freinet hat dies durch seinen „Freien Ausdruck“ in Bezug auf Schreiben geschafft. Wie müssen Methoden in Bezug auf die „neuen“ Kulturtechniken aussehen? Von der Freinetdruckerei zum audivisuellen produzieren. Dies ist eine der zentralen Fragen, die mich derzeit beschäftigen.

Und daher noch eine Empfehlung: Podcasting im Bildungskontext der Uni Augsburg

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: