amok

Ja da kommt wieder einmal der Ruf nach Verboten auf.   Rufe nach Verboten (weil nicht sein kann, was nicht sein darf) sind zumeist ein Auseinandersetzen mit den Symptomen (den „Killerspielen“) und machen ein Nachdenken über die Ursachen eher schwerig. Wo aber ansetzen?

Wer sich ein wenig differenzierter als die cash cow des österreichschen Rundfunks (Ö3) mit der Thematik auseinandersetzt, merkt dass es zu kurz gegriffen ist, die Ereignisse auf ein schlichtes „verbieten: ja nein“ zu reduzieren. Telepolis schafft es immerhin bereits auf 5 Antworten auf ihrer Online Umfrage.

Aber anders als früher gibt es nun vermehrt Stimmen, die jene Rufe nach Verboten hinterfragen: z.b. verweist Peter Bürger  in seinem telepolis beitrag  auf die Zusammenhänge mit einer Gesellschaft mit Waffenproduktion oder auch die GMK in Ihrer Stellungnahme. Interessant auch Marc Pentermann der in seinem Weblog ebenfalls differenzierter nach Ursachen sucht.

Endlich gibt es auch in Österreich eine Stellungnahme, die sich mit medienpädagogischen Antworten jenseits des Verbietens und Entsetzens auseinandersetzt. Das EuRegio Medienzentrum verweist in ihrer gestrigen Aussendung auf die Chancen die in der aktiven Medienarbeit von Kindern und Jugendlichen liegen. Ein Beispiel erzählt von Jugendlichen Ersttätern, die im Rahmen einer Videoproduktion ihre Einbruchdelikte intensiv und diskursiv aufarbeiteten. Diese positive Auseinandersetzung mit der eigenen oftmals sehr problematischen Geschichte deckt sich mit den Erfahrungen, die ich selbst im Rahmen meiner Tätigkeit an der inzwischen aufgelösten Kinderübernahmstelle in Wien mehrmals machte.

Reflexion des eigenen Lebens schafft in jedem Falle Erfahrungen – mit denen Kinder und Jugendliche danach aber nicht allein gelassen werden dürfen. Sich artikulieren und angehört zu werden, schafft Selbstvertrauen und lockt aus der Isolation.  Es geht dabei oftmals gar nicht darum Lösungen auf jene Fragen zu finden, die da in den Raum gestellt werden. Aber es muss in der Öffentlichkeit Platz dafür geben.  Aktive Medienarbeit kann diesen Prozess.

Daher bitte zuhören: Ich habe Angst – Impressionen in einer Radiosendung von Schülerinnen.  Aktuelle Sendungen siehe RSS feed Radiobande rechts auf dieser Seite.

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