Visionen

Nun da es hier um aktive Medienarbeit mit Kindern – vor allem im Schulbereich – geht und damit auch um Pädagogik, geht es letztlich auch um Gesellschaftspolitikund Werte. Nun dazu ist erstmal ein Blick auf die politischen Rahmenbedingungen nicht von der Hand zu weisen. Diese Rahmenbedingungen werden einerseits von staatlichen Institutionen und andererseits von beteiligten oder betroffenen Menschen geschaffen. Ausdruck sind dann einerseits Gesetze, Erlässe, Verordnungen sowie das dafür zur Verfügung gestellte Budget und andererseits die Aktivitäten oder auch Nicht-Aktivitäten von LehrerInnen/SchülerInnen.

Der durchaus als brauchbar und auf der Positivseite zu verbuchende Grundsatzerlass zur Medienpädagogik bietet da auf der theoretischen Seite eine gutes Leitbild. Echt schade, dass die politische Praxis diesem Leitbild weder durch Budget noch durch ausreichend Personal auch nur annähernd die Chance eingeräumt wird auch pädagogische Praxis zu werden. Auch die fehlende Diskussion der zur Zeit im Umbruch befindlichen Ausbildung der LehrerInnen läßt befürchten, dass Medienpädagogik auch weiterhin auf die „Einschulung zur Handhabung von Geräten“ verkürzt wird. Was ja noch nicht zu kritisieren wäre, wenn es hier um die Kompetenz gehen würde, die LehrerInnen benötigen um mit Medientechnologien zurande zu kommen, damit sie mit ihren SchülerInnen medial aktiv werden können . Aber es bleibt dabei zumeist in der mediendidaktischen Vermittlung stecken – damit die Kompetenz gesteigert wird, den SchülerInnen vorgegebenen Stoff mittels Medien „schmackhafter“ zu machen.

Bleibt die Entwicklung der Medienpädagogik auch weiterhin auf die persönliche Initiative engagierter LehrerInnen beschränkt? Auch hier finde ich keine eindeutige Antwort. „JA“ denke ich – es werden die engagierten (was macht das Engagement aus?) LehrerInnen weiterhin jene sein, die weit über ihre bezahlte Lohnarbeit hinaus Zeit und Kraft investieren, um sich mit den SchülerInnen gemeinsam medial zu artikulieren. Aber es gibt Verstärkung: Die Medienkompetenz der nachfolgenden Generationen steigt – oftmals rascher als jene der LehrerInnen. Wer Computer und Internet zuhause hat und die Kinder dranläßt, braucht nur zuzusehen wie rasch sie ihre virtuellen Welten erobern und dabei ganz nebenbei die Kompetenzen erwerben zu chatten, zu mailen, ICQ, Scype zu verwenden, usw. Aber auch die „alten“ Medien wie Audio und Video oder auch die schriftlichen Textnutzung gehen nicht verloren. Die Anwendung, Umsetzung ist vielleicht etwas anders als meine Generation das noch tat. Während die LehrerInnen noch brav statische html Seiten programmieren lernen und Microsofts Welt die Ausbildung dominiert – entwickelt sich daneben, dahinter jedenfalls gleichzeitig eine offene Kommunikationswelt rund um Begriffe wie „Social Software“ oder „web 2.0“.

Es gibt also Potenzial – das leider oft brach liegen gelassen wird anstelle es aufzugreifen.

Und dann auch noch das da:

Anderswo gerät die Welt durch LehrerInnen massiv in Bewegung – was jedoch nicht oder fast nicht in die Medien dringt: Oaxaca

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