nun: ich war schon wieder nachlässig und sicherlich finde ich jede menge ausreden, warum ich meinen blog vernachlässigt habe und auch längere zeit kaum andere blogs gelesen habe. hauptgrund: mein blogreader hat sich verabschiedet, ebenso mein laptop und ich hatte alle hände voll zu tun die adressen wieder herzustellen. aber nun läuft mein neuer laptop mit ubuntu und ich hoffe bald wieder zeit zum inhaltlichen zu haben.
Beginne also Blogs nachzulesen und dann stosse ich im ZHW Blog von Rolf Schulmeister in dem auf das von Adolf Freiherr Knigge (ja der “alte Knigge”) bereits 1795 beschriebene Informationsnetzwerk des Korreespondezvereins.
Schulmeister schreibt:
Das Konzept des Korrespondenzvereins von Knigge war damals bereits unserem heutigen RSS-Feed überlegen, denn Knigge baute zwei Komponenten in sein Kommunikationssystem ein, die bis heute nicht in Weblogs realisiert wurden: Eine Leermeldung und eine Rückmeldeschleife.
Ich kenne das System ja nur aus dem Blog, aber ich denke hieraus ist keine Überlegenheit ableitbar. Solange die Information “nur” via Post weitergetragen wurde, ist das Unterbrechen der Kette ein Problem. Einen Blog würde ich auch nicht mit einer lineare Informationsweitergabe vergleichen. Leermeldungen sind ohnehin für alle mitlesenden schnell erkennbar, wenn einfach nichts Neues im Feed erscheint. Die Notwendigkeit der Rückmeldungen hängt eher mit dem redaktionellen Anspruch zusammen als mit der Verbreitung von Informationen. Überlegenheit kann ich da nicht erkennen.
Interessant auch die aktuellen Bezüge zu Datenüberwachung und Lauschangriff…
medienbildung konkret no2: “SOS from anywhere to anyone?”
Eine Podiums- und Publikumsdiskussion über Kulturtechnik:Medienkommunikation. Utopien und Wirklichkeiten vom Lehren und Lernen in der (Medien-)Gesellschaft . Medienbildung an der Hochschule, Universität, Schule.
Inputs von und Diskussion mit:
Gerhard Scheidl (Zentrum f. Medienpädagogik PH Wien)
Konstantin Mitgutsch(Institut f. Bildungswissenschaft, Universität Wien), Eva Neureiter (VS-Lehrerin, Integrative Mehrstufenklasse Wien) Heidelinde Neuburger-Dumancic (Medienpädagogin, OKTO)
Moderation:Christian Berger (PH Wien) Inskription/Anmeldung unter www.phwien.at/zmp/
Immer wieder gibts urheberrechtliche Probleme bei Online Publikation oder Archivierung von Schülerproduktionen. Viele Produktionen gelangen so nicht in die Öffentlichkeit. Eigentlich schade. Hab jetzt eben versucht dies in einem Beitrag für die medienpädagogische Fachzeitschrift “Medienimpulse” (Printausgabe erscheint vermutlich im Juni) zu thematisieren. Nachdem ich der Meinung bin, dass Open Content etwas Gutes ist, verlinke ich den Beitrag auch gleich hier. Ob der Beitrag auch gut ist? Kommentare bitte gerne als Antwort hier.
Ein spezielles Programm im Rahmen der Diagonale 08 beschäftigt sich mit der Medienbildung und nennt sich “FILME SEHEN LERNEN” - allerdings vermutlich unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Obwohl ich vorab wußte, dass dies stattfindet wars nicht möglich ein konkretes Programm aufzutreiben. Selbst geladene DiskutantInnen haben nur auf Umwegen das Gesamtprogramm erhalten. Nun ich habs nach hilfreichen Hinweisen doch nochgefunden. Schade - zu spät um noch meine Termine zu verschieben und nach Graz zu reisen. Es erscheint mir immer gut und wichtig, Medienbildungsthemen in die Öffentlichkeit (in dem Fall eher einer kleinen) zu bringen.
“LehrerInnenfortbildung und Unterricht kann – hier und jetzt– etwas geschehen. Die Plattform Medienbildung und Medienvermittlung soll als Seminar für Interessierte und gleichzeitig als weitere Vernetzungs- und Konzeptfindungs-Initiative genutzt werden können.” heisst es auf der Webseite. Bleibt zu hoffen, dass dies auch angenommen wird und dann zumindest eine nachträgliche Info, was da diskutiert wurde.
“Damit das Fach Medienbildung und Medienvermittlung in die Schulen kommt, müssen sich das Universitätssystem und die Pädagogischen Hochschulen bewegen und entsprechende Lehrinhalte, Fächerkombinationen und den Beruf der passeuses
und passeurs neu definieren und etablieren. Es geht um nichts weniger als um den Erwerb einer neuen Basiskompetenz, um das Hauptfach: Sehen Lernen.” - Ob wohl eine erneute zusätzliche Zersplitterung des Lebens durch neue Lehrfächer eine adäquate und auch zeitgemäße (vernetztes Denken?, projektorientiertes Arbeiten?) Antwort sein kann? Ich bezweifle das. Basiskompetenzen erwirbt Mensch integrativ und am Arbeiten. Oder brauchen wir ein Fach Schreiben? Lesen? Oder erlerne ich das nicht auch, wenn ich Texte verfasse. Etwas aussage und verbreite. Es wird eher Zeit die Fächer abzuschaffen. “Adler brauchen keine Treppen” schrieb Freinet bereits vor ca. 100 Jahren in Bezug auf die Lernmethoden für Kinder.
Ich möchte heute auf einige interessante Blogs/Webseiten hinweisen, die ich in der letzten Zeit gefunden habe:
1.) bildungsklick.de - informiert sein ist wohl die wichtigste Grundlage für die eigenen Entscheidungen und politisches Handeln. Bildungsklick bringt journalistisch aufbereitet News aus dem Bildungsbereich in Deutschland. Zu aktuellen Bildungsthemen werden neue Forschungsergebnisse sowie Daten- und Zahlenmaterial aus Ministerien publiziert. Ein Mashup aus Pressemeldungen aus der Branche und den offiziellen Bildungseinrichtungen - allerdings redaktionell sortiert und zusammengestellt. Alles in allem bietet die Seite einen seriösen Einblick, ja vielleicht sogar Überblick in Bezug auf die bundesdeutsche Bildungslandschaft. Kennt jemand Vergleichbares aus Österreich?
2.) Wer sich mit Webdesign und Usability beschäftigt dem sei Dr.Web empfohlen. Eine Fundgrube an Tipps aus der Praxis.
3.) Als Beispiel für Blogs aus der Wissenschaft sei hier die Wissenswerkstatt angeführt.
4.) Zuletzt wäre noch auf Heinz Wittenbrincks “lost and found” verwiesen. Thema Bildung und Web 2.0 - eine Menge interessante Verweise (zB aktuell auf Blogs aus Tibet).
Möchte auf folgende in Kürze stattfindenden Radioevents verweisen:
1. “literadio” live von der Leipziger Buchmesse 13.-16.März 08
Für literaturinteressierte HörerInnen bietet “literadio” sowohl ein kostenfrei nutzbares Hörarchiv der Gegenwartsliteratur mit dzt ca. 900 Beiträgen. Lesungen, Gespräche rund um die Literatur sind per Stream und download abrufbar. Ausserdem gibt es auch Methoden und Tipps für den Schulbereich. Siehe www.literadio.org.
2. Voices without Frontiers 21.März 08
Jährlich organisieren die Freien Radios ein gemeinsames Radioprogramm, das via Satelite rund um die Welt ausgestrahlt wird.
Diesmal am Tag der UN gegen Diskrimierung. Näheres dazu auf der dazugehörigen Webseite: http://vsf.amarc.org/
Sicherlich auch für den Sprachunterricht sowie in Politischer Bildung brauchbares Audiomaterial.
Bei der gestrigen Veranstaltung gab es aus meiner Sicht vor allem zwei Hauptthemen:
Wie wichtig ist Anonymität im Web?
Wie und welche Fertigkeiten sind für Web 2.0 Kommunikation an SchülerInnen, LehrerInnen,… zu vermitteln.
Während Lothar Bodingbauer sich für möglichst hohe Anonymisierung der persönlichen Webpräsenz aussprach, stand für Helmut Hosting die persönliche Artikulation und öffentliche Stellungnahme im Vordergrund. Pöyskö berichtete, dass die Jugendlichen nach ihren Erfahrungen eher passive NutzerInnen von Web 2.0 sind und die persönlichen Datenspuren daher weit geringer sind als angenommen. Ich selbst denke es ist wichtig und nötig, möglichst reflektiert und kontrolliert mit persönlichen online Einträgen umzugehen, allerdings kann nicht erwartet werden, dass alle NutzerInnen der Online Community über die jeweils aktuellen Methoden des Data Mining und Spaming informiert sind. Einige Links zum Thema “Rechtliches” habe ich hier gesammelt.
Allerdings erscheint der Informationsgrad über Web 2.0 Applikationen und deren Nutzung im Bildungsbereich noch sehr gering. Die Zahl der Weblogs in denen SchülerInnen/Jugendliche selbst schreiben ist verhältnismäßig gering. LehrerInnen fühlen sich zu wenig kompetent im Umgang und in der Aus- und Fortbildung fehlen entsprechende Angebote. Es gilt dafür eine Strategie zu erarbeiten.
Ich denke es war eine informative und teilweise unterhaltsame Veranstaltung, der voraussichtlich weitere Folgen werden.
Die in der Veranstaltung zur Sprache gekommen Links und einige ergänzende sind hier abzurufen.
Heute findet die erste Diskussionsveranstaltung der geplanten Reihe an der PH Wien statt. Ich hab darüber schon vor einiger Zeit hier etwas gebloggt. Es sollen dabei neue Wege der Medienkommunikation und ihre Stolpersteine aufgezeigt werden. Konkret gehts darum, was in Schule und Hochschule mit Web 2.0 Applikationen gemacht werden könnte. Meine bisherigen Erfahrungen und Recherchen zeigen, dass da im deutschen Sprachraum noch wenig in den (Hoch-)Schulalltag eingedrungen ist. Obwohl Wikis, Weblogs und andere Social Software durchaus Potenzial birgt, wie einige Praxisbeispiele zeigen.
Ausgehend von meiner del.icio.us cloud werde ich versuchen, zu einer Diskussion über Vor- und Nachteile des Veröffentlichens von persönlichen Daten anzuregen. Wenn Mensch an kollaborativem Lernen interessiert ist, sind Weblogs wie z.B. das Lehrerzimmer von Herrn Rau oder Beat Doebelis WIKI gute Ausgangspunkte. Was an technischem Support auch für Schulen möglich wäre, zeigt ELBA der ETH Zürich.
Ob da noch Zeit bleibt Social Libraries wie LibraryThing und andere praktische Dinge zu thematisieren? Wohl kaum.
Ein eigener Abend wäre wohl auch die Zusammenhänge zwischen Citizen Journalism und Politischer Bildung zu thematisieren. Obwohl Hostnigs Radiobande ist sicherlich ein schönes Beispiel für journalistisches Arbeiten in der Sekundarstufe.
Gespannt bin ich auch, da hier erstmals eine Veranstaltung der Lehrerfortbildung auch den Studierenden in der Ausbildung angeboten wird. Ob diese Begegnung stattfindet und was draus wird?